Gold oder Silber: Für welches Edelmetall sollen Sie sich entscheiden?

Kopf oder Bauch: Wie soll ich mich bloß entscheiden? Viele Entscheidungen treffen wir aus dem Bauch heraus. Unbewusst, blitzschnell und täglich tausendfach: Ziehe ich das rote Kleid oder das Shirt und die Jeans an? Esse ich zu Mittag beim Italiener oder um die Ecke am Imbiss? Die meisten Entscheidungen sind banal und bedeutungslos. Schwieriger und bedeutender wird es bei Finanzentscheidungen: Die Entscheidung über unser Geld müssen wir heute treffen, der Erfolg ist erst in der Zukunft erkennbar und für eine Fehlentscheidung müssen wir einen hohen Preis bezahlen.

Finanzentscheidungen sollten nicht alleine Bauchentscheidungen sein, sondern auch den Verstand mit einbinden. Beispiel Edelmetallkauf: Sollen Sie in Gold oder doch lieber in Silber investieren?

Fundamentaldaten und Fakten sind eine gute Entscheidungsgrundlage. Deshalb haben wir für Sie das Pro & Contra von Silber und Gold als Geldanlage zusammengefasst und in einer Infografik gegenübergestellt.

Gold oder Silber als Geldanlage?

Es ist ein gutes Gefühl, Gold in den Händen zu halten. Sammler genießen solche emotionalen Momente. Anleger verlassen sich weniger auf Gefühle, sondern bauen ihre Anlageentscheidung mehr auf Fundamentaldaten auf. Wenn bei Sammlertreffen in der Runde die Vor- und Nachteile von Silber und Gold als Geldanlage diskutiert werden, sind die Aussagen meist von persönlichen Sichtweisen geprägt. Es werden auch schon mal Fakten unter den Tisch gekehrt und Sachverhalte schöngeredet.

Wundert's, wenn die unterschiedlichen Positionen Anleger verunsichern. Wenn sich dann selbst Edelmetall-Experten bei dem Thema uneinig sind, stellen viele Edelmetallinteressenten genervt die Frage: "Was ist jetzt eigentlich Sache - welche Fakten sprechen für Gold oder Silber als Geldanlage?"

Was ist mein Edelmetall wert?

Gold vs. Silber: Die Fakten sprechen lassen!

Entscheidungen zur Geldanlage sollten in erster Linie auf der Grundlage von Fakten stattfinden. Ein "Gold-oder-Silber-Faktencheck" kann Ihnen Klarheit verschaffen und offene Fragen beantworten. Unsere Infografik "Pro & Contra von Silber und Gold als Geldanlage" zeigt, wie sich Silber und Gold in den wesentlichen Punkten unterscheiden. Die Auflistung soll Ihnen helfen, um eine sichere Kaufentscheidung zu treffen.

Infografik: Pro & Contra von Silber und Gold als Geldanlage

Infografik: Pro & Contra von Silber und Gold als Geldanlage
Sie dürfen diese Infografik gerne auf Ihrer Webseite bzw. in Ihren Publikationen verwenden. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Nutzung unserer Infografiken. Download: Infografik herunterladen

Die wesentlichen Unterschiede von Gold und Silber im Fakten-Check:

  • Nachfrage nach Gold und Silber
    Die Nachfrage nach Gold und Silber bestimmt die Preis- und Wertentwicklung der Edelmetalle und beeinflusst somit die langfristigen Ertragsperspektiven. Die weltweite Fördermenge von Gold und Silber wird im Wesentlichen aus der Industrie, der Schmuckbranche und dem Anlage-/Investmentbereich nachgefragt.
    Silber wird als Technologiemetall überwiegend in der Industrie eingesetzt und in modernen Produkten und Produktionsverfahren verbraucht. Gold wird dagegen überwiegend zu Schmuck verarbeitet oder als Anlage erworben. Mit einem Satz gesagt: Gold wird gehortet und Silber verbraucht.
    Ergebnis: Langfristig könnte Silber mehr als Gold von einer nachhaltigen Industrienachfrage profitieren.
  • Vorkommen von Gold und Silber
    Gold und Silber sind begrenzt vorhanden und wachsen als Rohstoff nicht nach. Die vorhandenen Reserven gehen zu ende. Es ist absehbar, dass die weltweiten Gold- und Silberreserven in den nächsten drei Jahrzehnten erschöpft sein werden. Nennenswerte neuen Vorkommen werden immer seltener entdeckt, die Explorationskosten steigen und die Gold- und Silberausbeute je abgebauter Tonne Erz geht laufend zurück. Die Ressourcen nehmen ab und der Aufwand für die Gold- und Silberproduktion wird immer schwieriger und teurer.
    Die moderne Industriegesellschaft und digitale Techniken sind mehr von Silber als von Gold abhängig. Silber ist wie Gold ein klassisches Anlageprodukt, aber Silber besitzt als Technologiemetall für die High-Tech-Industrie eine etwas essenziellere Bedeutung als Gold. Silber könnte auch mehr von der Zunahme der Weltbevölkerung profitieren. Mehr Menschen bedeuten grundsätzlich mehr Güterbedarf, mehr High-Tech-Produkte und somit mehr Silbernachfrage.
    Ergebnis: Die Ressourcenknappheit, einhergehend mit einer zunehmender industriellen Nachfrage, könnte Silber rarer und damit wertvoller als Gold machen.
  • Werthaltigkeit von Gold und Silber
    Die Vergangenheit hat es gezeigt: Beide Edelmetalle ermöglichen Anlegern ihr Geld zukunftssicher, krisenfest, werthaltig und inflationsgeschützt anzulegen.
    Ergebnis: Gold und Silber zeichnen sich durch eine hohe Wertbeständigkeit aus. Beide Metalle eignen sich zur Vermögensbeimischung und -absicherung.
  • Krisenwährung Gold und Silber
    Kommt es zum Börsencrash, politischen Unruhen, Währungsturbulenzen oder sonstigen Krisen, flüchten die Anleger vor Angst in Gold und Silber und lassen damit die Preise steigen.
    Doch es kann noch schlimmer kommen: Denn gerät die Welt gänzlich aus den Fugen, vernichten Kriege oder Katastrophen die Strukturen unserer Gesellschaft oder lösen Währungsreformen unser Papiergeld in Luft auf, dann mausert sich Gold und Silber zur neuen Währung. Denn Waren und Dienstleistungen lassen sich in extremen Krisen nur noch mit wertbeständigen Gegenständen bezahlen.
    Silber kann in diesen Extremsituationen zwei Pluspunkte aufweisen: Erstens wurde in der Vergangenheit bei extremen Krisen mehrfach ein staatliches Goldverbot festgelegt, aber kein Silberverbot. Zweitens lassen sich "Brot und Butter" leichter mit Silbermünzen als mit extrem wertvollen Goldmünzen bezahlen. Silber besitzt eine höhere Fungibilität, d.h. es ist besser tauschbar als Gold.
    Ergebnis: Silber lässt sich als Krisenwährung gegenüber Gold zweckmäßiger verwenden.
  • Vermögensaufbau mit Gold und Silber
    Gold und Silber können Sie zum Vermögensaufbau nutzen. Beide Edelmetalle erhalten Sie in physischer Form (Münzen, Barren etc.) und als börsennotierte Anlage. Im Gegensatz zum Gold erfordert der physische Kauf von Silber keine großen Anlagebeträge. Für den Einstieg reichen bereits kleine Summen aus. Gold und Silber werfen keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ab. Ein Vermögenszuwachs kann nur über Kursgewinne erfolgen.
    Ergebnis: Gold und Silber eignen sich zum Vermögensaufbau. Für den Kauf von Silbermünzen reichen wenige Euro aus.
  • Kaufkosten von Gold und Silber
    Gold hat eine höhere Wertdichte als Silber. Eine Goldmünze (1 Unze) kostet wesentlich mehr als eine vergleichbare Silbermünze. Für beide Münzarten fallen Präge- und Abwicklungskosten an. Diese Kosten erhöhen als Aufschläge (= Aufpreis der Münze zum reinen Börsen-/Materialpreis) den Händlerverkaufspreis. Prozentual wirken sich die Kosten bei geringeren Metallpreisen, also bei Silbermünzen, höher aus als bei Goldmünzen.
    Ergebnis: Physisches Silber wird mit höheren Aufschlägen verkauft.
  • Lagerung von Gold und Silber
    Physische Edelmetalle müssen verwahrt werden. Dabei spielen die Sicherheit, der Platzbedarf und die Kosten eine wichtige Rolle. Für Gold wird wenig Platz benötigt und die Kosten sind prozentual niedriger als bei Silber.
    Beispiel: Bei einem Unzen-Goldpreis von 1.064 Euro und einen Unzen-Silberpreis von 14 Euro, ergibt sich ein Golder-Silber-Ratio von 1:76. Um ca. 34.475 Euro in Edelmetalle anzulegen, wird dafür 1-kg-Goldbarren benötigt oder sechsundsiebzig 1-kg-Silberbarren.
    Exkurs: Gold-Silber-Ratio: Das Gold-Silber-Ratio drückt das Preisverhältnis zwischen Gold und Silber aus. Kostet zum Beispiel 1 Unze Gold 1.064 Euro und 1 Unze Silber 14 Euro, dann würde in diesem Fall das Gold-Silber-Ratio 1:76 (= 1.064 / 14) betragen.
    Ergebnis: Der Platzbedarf und die Lagerkosten sind bei physischen Silberanlagen größer als bei Gold.
  • Steuersituation von Gold und Silber
    Physisches Anlagegold ist weitgehendst von der Mehrwertsteuer befreit. Lediglich für Goldschmuck und bestimmte Gold-Sammlermünzen wird die Mehrwertsteuer berechnet. Beim Silberkauf wird Mehrwertsteuer fällig. Ausnahme: Sie kaufen im steuerbegünstigten Ausland und lassen das Silber im Zollfreilager verwahren.
    Der Fiskus geht auch leer aus, wenn Sie Anlagemünzen ein Jahr nach Erwerb mit Gewinn verkaufen. Verkaufen Sie innerhalb von 12 Monaten, dann unterliegen die Gewinne der Einkommensteuer.
    Ergebnis: Gold besitzt gegenüber Silber höhere Steuerprivilegien.
  • Zukunftsperspektive von Gold und Silber
    Beide Edelmetalle werden als Geldanlage und bedeutende Rohstoffe auch in der Zukunft glänzen. Die Aussichten sind positiv und eine nachhaltige Nachfrage ist abzusehen. Ein wesentlicher Nachfragetreiber: Die Weltbevölkerung wird von aktuell 7 Milliarden bis zum Jahr 2050 auf wahrscheinlich neun Milliarden Menschen ansteigen. Zudem stehen viele Schwellenländer vor dem Übergang zu Industrienationen. Das bedeutet mehr Nachfrage nach Gold und Silber.
    Ergebnis: Gold uns Silber bieten gute Zukunftsperspektiven
Fazit:

Jeder Anleger sollte sich mit den Edelmetallen Gold oder Silber beschäftigen. Eine Edelmetall-Beimischung von 10 bis 15 Prozent kann einem Vermögensportfolio mehr Schutz und Werterhalt ermöglichen. Ob Sie Gold oder Silber kaufen, hängt von den eigenen Vorlieben ab. Manche Anleger schwören auf Gold, da Sie die etwas höhen Transport- und Lagerkosten von Silber scheuen. Andere bevorzugen Investitionen in Silber, weil Sie damit in Krisenzeiten kleinere Tauscheinheiten in Händen halten und die Gefahr eines Goldverbotes fürchten. Zudem bietet Silber als wertvolles Technologiemetall höhere Chancen auf starke Kursgewinne.



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