Gold- und Silberkauf: Diese verhängnisvollen Fehler vermeiden!

Aus Fehlern wird man schlau. Sie passieren und das ist menschlich. Stimmt - alles schön und gut, aber beim Gold- oder Silberkauf sollten Sie Missgriffe oder Fehlkäufe vermeiden. Sie kosten Geld und können Ihnen teuer zu stehen kommen. Besser ist es, unnötige und verhängnisvolle Fehler zu vermeiden. Also: Augen auf beim Edelmetallkauf. Hier erfahren Sie, auf was Sie achten müssen und wie Sie sicher investieren.

Infografik: Edelmetalle kaufen: Diese verhängnisvollen Fehler sollten Sie vermeiden

Die Infografik zeigt Ihnen welche Gefahren bei einer Investition in Edelmetallen lauern.

Infografik: Edelmetalle kaufen: Diese verhängnisvollen Fehler sollten Sie vermeiden

Infografik: Edelmetalle kaufen: Diese verhängnisvollen Fehler sollten Sie vermeiden
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Fehler 1: Kauf von glänzenden Schrott statt edlen Metallen

Kennen Sie Wichtelgeschenke? Wichteln kommt bei zahlreichen Anlässen zum Einsatz. Kollegen und Freunde beschenken sich. Durch eine zufällige Auswahl erhält jeder ein Geschenk. Die Päckchen werden anonym ausgetauscht. Als Beschenkter wissen Sie bis zum Öffnen nicht, was Sie bekommen. Etwas Wertvolles oder etwas für die Mülltonne.

Was ist mein Edelmetall wert?

Was hat das Wichteln mit einer Investition in Edelmetallen gemeinsam? Die Frage, ob Sie was Wertvolles erhalten oder nur glänzenden Schrott. Denn kaufen Anleger Edelmetalle über unseriöse Quellen oder zwielichtige Händler, dann wissen Sie nicht, was Sie bekommen. Echte und wertvolle Edelmetalle oder gelungene Fälschungen.

Gucci Taschen, Adidas Schuhe oder Luxusuhren - alles was gut und teuer ist, wird gefälscht. Also auch physisches Edelmetall wie Münzen oder Barren. Allein auf ein korrektes Gewicht oder dem Glanz können Sie sich nicht verlassen. Denn bei Fälschungen werden den Edelmetallen zum Beispiel größere Mengen von billigem Kupfer, Cadmium oder Nickel beigemischt.

Eine Echtheitsprüfung ist nicht einfach. Spezialisten können technische Verfahren (Prüfsäure, Dichtewaagen, Edelmetallprüfgerate etc.) anwenden. Als Privatperson haben Sie diese Möglichkeiten nicht. Lassen Sie sich nicht blenden oder über den Tisch ziehen. Kaufen Sie physische Edelmetalle nicht über eBay, dubiosen Internethändlern oder von Unbekannten. Erwerben Sie Edelmetalle nur von zertifizierten Händlern, aus sicheren Quellen oder von vertrauensvollen Gesellschaften.

Fehler 2: Edelmetalle zu überhöhten Marktpreisen kaufen

Eine alte Kaufmannsregel sagt: "Im Einkauf liegt der Gewinn". Achten Sie deshalb auf einen fairen Einkaufspreis und kaufen Sie Edelmetalle nicht zu überhöhten Marktpreisen. Ein Kauf zum reinen Goldpreis (Edelmetallbörsenpreis) ist bei Münzen oder Baren nicht möglich, da Aufschläge den Verkaufspreis erhöhen. Die Preisaufschläge der Händler orientieren sich an der Anlageform (Münze, Barren etc.), dem Anlagevolumen und der Edelmetallgröße.

Goldbarren werden zum Beispiel mit einem Gewicht von 1 g bis hin zu 1 kg angeboten. Der Aufschlag gegenüber dem Marktpreis wird beim Barren von 1 g höher ausfallen, als beim 1 kg-Barren. Denn die Präge- und Abwicklungskosten fallen bei kleineren Einheiten höher ins Gewicht. Vergessen Sie nicht: Die Spanne ist der Gewinn der Händler und dieser fällt von Händler zu Händler unterschiedlich hoch aus. Vergleichen Sie deshalb immer die Preise und holen Sie mehrere Angebote ein.

Nutzen Sie unseren Edelmetall-Preisrechner. Damit können Sie den Marktpreis von unterschiedlichen Handelsgrößen berechnen. Die Differenz zu ihrem Angebotspreis ergibt den Händleraufschlag.

Tipp: Überlegen Sie sich genau, ob Sie Medaillen oder Sonderprägungen kaufen sollten. Diese Angebote finden Sie oft im Werbefernsehen oder in Zeitungsbeilagen. Ein Aufpreis von fast 100 Prozent ist hier nicht unüblich. Kaufen Sie deshalb lieber gängige Gold- und Silbermünzen.

Fehler 3: Unnötigen Zusatzkosten bezahlen

Beim Kauf von Edelmetallen werden Kosten in Rechnung gestellt. Diese Kosten werden als Aufschläge dem reinen Edelmetallpreis zugeschlagen und erhöhen den Verkaufspreis. Physische Metalle in Form von Münzen oder Barren, kleine Handelsgrößen oder Minikäufen haben die höchsten Aufschläge. Die Aufschläge lassen sich nicht vermeiden, aber begrenzen. Kaufen Sie zum Beispiel für die Altersvorsorge monatlich fünf 1 g-Barren, dann könnten Sie genauso alle zwei Monate einen 10 g-Barren erwerben. Denn je kleiner die Münze oder Barren, umso höher das Aufgeld und umso teurer wird der Verkaufspreis pro Gramm.

Besitzer von physischen Edelmetallen müssen sich auch um eine sichere Aufbewahrung kümmern. Wohin mit den Münzen und Barren? Wenn Sie "ihren Schatz" nicht zu Hause unter dem Kopfkissen verwahren möchten, dann bieten sich Bankschließfächer oder Tresore an. Banken berechnen für die Nutzung von Schließfächern eine jährliche Gebühr. Zusätzlich können noch Versicherungsbeiträge oder sonstige Kosten anfallen. Die Preisunterschiede von Bank zu Bank fallen gewaltig aus. Es lohnt sich ein Vergleich.

Sie wollen die Kosten reduzieren? Eine Alternative zum physischen Edelmetalle: verbriefte bzw. börsennotierte Produkte. Denn hierbei fallen nur geringe Kauf- und Depotgebühren an. Ein weiterer Vorteil: Kauf, Verkauf und die Verwaltung sind bequem und unkompliziert.

Fehler 4: Spekulieren statt strategisch anlegen

Es gibt immer wieder Phasen, meist Krisenzeiten oder Ereignisse die in der Bevölkerung Ängste (hohe Staatsverschuldung, Währungsturbulenzen etc.) auslösen, die einen Hype nach Edelmetallen verursachen. Die Preise kennen dann nur noch eine Richtung: steil nach oben.

Ein gravierender Fehler in Boom-Zeiten: Ein Kauf um jeden Preis. Vor lauter Gier nach einem schnellen Reibach, lassen sich Anleger zu unüberlegten Edelmetallkäufen verleiten. Sie wollen noch auf den fahrenden Zug aufspringen und spekulieren dabei auf satte und schnelle Gewinne. In der Regel funktioniert das nicht. Meistens holen sich diese Spekulanten eine blutige Nase, wenn der Markt sich in die andere Richtung entwickelt. Was bei Edelmetallen immer der Fall sein kann, da starke Preisschwankungen bei Gold, Silber & Co. nicht selten auftreten. In einer Boomphase, wenn der Markt bereits "heiß gelaufen" ist, sollten Sie sich nicht die Bohne um einen Edelmetallkauf kümmern. Harren Sie geduldig aus, als Belohnung werden Sie nach einer gewissen Zeit wieder fair bewertete Preise sehen. Dann können Sie strategisch anlegen und ihre Edelmetalle zu realistischen Marktpreisen kaufen.

Strategische Anleger prüfen vor dem Kauf ihre finanzielle Gesamtsituation. Im nächsten Schritt setzen Sie sich klare Ziele und arbeiten dann an der konsequenten Umsetzung dieser Vorhaben. Ein möglichens Ziel: 15 Prozent des Gesamtvermögens über monatliche Käufe in den nächsten 3 Jahren in Edelmetalle umzuschichten. Die Praxis zeigt, dass Anleger mit einer guten Strategie meist ruhiger schlafen können und mit einer wesentlich höheren Rendite belohnt werden. Es wird nicht spekuliert, sondern kontinuierlich, überlegt und besonnen angelegt. Ohne große Hast und Gier.

Tipp: Erarbeiten Sie sich eine individuelle Anlagestrategie. Lassen Sie sich bei Bedarf durch einen unabhängigen Experten beraten. Setzen Sie ihre Strategie im Anschluss konsequent um. Gold, Silber, Platin und Palladium sollten Sie nicht als kurzfristige Anlage betrachten. Dafür eignen sich Bankprodukte wie Festgelder oder Tagesgelder wesentlich besser. Geldanlagen in Edelmetalle sind meist dann erfolgreich, wenn diese langfristig gehalten und als Investition betrachtet werden.

Fehler 5: Wegen fehlender Marktkenntnisse zu teuer gekauft

Eine Kapitalanlage in Edelmetalle erfordert gute Kenntnisse. Mit einem soliden Wissen können Sie Preise und Angebotsformen sicher bewerten. Sie durchschauen unseriöse Angebote und erkennen unfaire Marktpreise. Fehlt entsprechendes Know-how, dann sollten Sie sich Wissen aneignen oder sich fachmännisch beraten lassen. Wer ohne das notwendige Wissen bzw. mit schlechten Marktkenntnissen Gold, Silber, Platin oder Palladium erwirbt, kann sich die Finger verbrennen und dabei viel Geld verlieren.

Dieses Beispiel verdeutlicht, warum Sie die Feinheitsangaben immer beachten sollten:

Achten Sie beim Edelmetallkauf auf die Feinheits- und Gewichtsangaben. Eine Feinheit von 999,9 bedeutet einen Edelmetallanteil von 99,9 Prozent. Bei Schmuckgegenstände wird bei dieser Feinheit von 24 Karat gesprochen. Häufig wird Schmuck in der Feinheit 333 angeboten. Hier beträgt der Edelmetallanteil nur 33,4 Prozent. Über eine Verkaufsplattform (z.B. eBay) wird eine 500er Feinsilbermünze mit einem Gewicht von 40 g zu einem Festpreis von 50 Euro angeboten. Auch wenn der Angebotspreis in etwa dem aktuellen Marktpreis von 40 g Silber entspricht, beträgt der Aufpreis knapp 100 Prozent. Denn bei einer 500er Feinheit besteht die Münze nur zu 500 Teilen aus Silber. In unserem Beispiel hat die Münze damit nur 20 g statt 40 g Silber. Sie zahlen den doppelten Marktpreis und haben ein schlechtes Geschäft gemacht.

Fehler 6: Edelmetalle nicht zur Vermögensstreuung nutzen

Legen Sie nie alle Eier nur in einem Korb. Diese alte und bewährte Börsenregel bringt zum Ausdruck, dass Anleger ihr Gesamtvermögen auf verschiedenen Anlageklassen (Assets) streuen sollen. Für eine Vermögensaufteilung stehen Geldanlagen, Immobilien, Aktien oder Rohstoffe zur Verfügung. Die Aufteilungs-Quoten sollten sich von individuellen Zielen, ihrer persönlichen Finanzsituation und ihrer Risikoneigung abhängig machen. Denken Sie bei der Vermögensstreuung auch an Edelmetalle, denn Gold, Silber & Co. schützen vor Inflation und Vermögensverlusten in Krisen. Ein Edelmetallanteil von 10 bis 15 Prozent kann durchaus sinnvoll sein.

Wer gänzlich auf Edelmetalle als Geldanlage verzichtet, verschenkt die Chance auf mehr Rendite und Sicherheit. In Krisenzeiten zeigen sich Edelmetalle in Bestform. Stürzen die Kurse von Aktien und Wertpapiere steil in den Keller, fallen Immobilienpreise ins bodenlose, kriselt die Weltwirtschaft oder werden Währungen wertlos, dann glänzen Gold, Silber & Co. mit steigenden Preisen. Der Fachausdruck dazu: Edelmetalle korrelieren negativ zu den meisten Anlageformen. Das bedeutet konkret, die Preise für Gold, Silber, Platin und Palladium bewegen sich häufig in die andere Richtung. Fallen die Aktienkurse in der Krise, dann steigen die Preise für edle Metalle.

Ein Verzicht auf einen ausgewogenen Edelmetallanteil am Gesamtvermögen, bedeutet weniger Sicherheit und Stabilität in Krisenzeiten.

Fazit:

Edelmetalle haben sich über Jahrzehnte als sinnvolle Geldanlage bewährt. Wer Gold, Silber, Platin und Palladium in physischer Form oder als verbrieftes Edelmetall erwirbt, kann verhängnisvolle Fehler begehen. Wer in eine der zahlreichen Fallen tappt, holt sich beim Edelmetallkauf nicht nur eine blutige Nase, sondern kann dabei viel Geld verlieren. Der Artikel stellt dem Leser sechs Missgeschicke und Fallen vor, die Sie beim Kauf von Edelmetallen vermeiden sollten.



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