Inflationsangst: So vermeiden Sie eine Geldentwertung durch Inflation

Sparbuch, Tages- und Festgelder werfen kaum noch Zinserträge ab. Die Minizinsen werden von der Inflation aufgezehrt. Wer seine Ersparnisse von einer Geldentwertung schützen will, muss sich Gedanken zu anderen Anlageformen machen. So schützen Sie sich vor Kaufkraftverluste durch Inflation.

Inflationsraten in Deutschland

Es wird häufig über die Inflationsrate gesprochen, aber viele Bundesbürger wissen nicht genau, wie diese Zahl zustande kommt. Das Statistische Bundesamt ermittelt und veröffentlicht die Höhe der Inflationsentwicklung. Dabei wird die Preisentwicklung von Waren und Dienstleistungen gemessen und daraus ein Verbraucherpreisindex berechnet. Die Veränderung dieses Indexes wird als Inflationsrate bezeichnet. Eine jährliche Inflationsrate von 2 Prozent wird von den Zentralbanken und europäischen Regierungen als normal bezeichnet und toleriert. Es gibt aber auch Zeiten mit sehr instabilen Preisen und hohen Inflationsraten. Davor haben viele Deutsche Angst und stellen sich die Frage: "Wie gut sind meine Ersparnisse vor einer Geldentwertung geschützt?".

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Wann vernichtet die Inflation die Ersparnisse?

Viele Deutsche halten ihre Geldanlagen auf Sparbüchern oder Tages- bzw. Festgeldanlagen. Obwohl bekannt ist, dass gerade diese niedrigverzinslichen Anlageformen die Ersparnisse nicht vor einer Geldentwertung durch Inflation schützen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung des durchschnittlichen Zinssatzes für Spareinlagen und der Inflationsrate in Deutschland in den Jahren 2008 bis 2017.

Jahr Sparbuchzins Inflationsrate Differenz
2017 0,20 % 1,80 % -1,60 %
2016 0,30 % 0,50 % -0,20 %
2015 0,50 % 0,30 % 0,20 %
2014 0,80 % 0,90 % -0,10 %
2013 1,00 % 1,50 % -0,50 %
2012 1,30 % 2,00 % -0,70 %
2011 1,50 % 2,10 % -0,60 %
2010 1,40 % 1,10 % 0,30 %
2009 1,80 % 0,30 % 1,50 %
2008 2,50 % 2,60 % -0,10 %
Quelle: Statistisches Bundesamt und statista.com

Bis auf das Jahr 2009 waren die Sparbuchzinsen immer niedriger als die Inflationsrate. Das führt dazu, dass eine schleichende Geldentwertung stattfindet. Wer seine Ersparnisse vor einer Geldentwertung schützen will, muss eine Gegenstrategie entwickeln und die Ersparnisse auf andere Anlageformen umschichten.

Gegenstrategie Immobilienanlagen

Sehr gerne wird als Gegenstrategie zur Inflation eine Umschichtung in Immobilien empfohlen.

Positiv: Immobilien konnten in der Vergangenheit in der Langzeitbetrachtung die Inflationsraten durch Wertsteigerungen ausgleichen.

Negativ: Eine Geldanlage in Immobilien hat auch negative Seiten. Erstens wird ein sehr hoher Anlagebetrag benötigt und zweitens ist das Geld sehr lange gebunden. Zudem verursachen Immobilien viel Arbeit und binden Zeit für die Verwaltung.

Gegenstrategie Aktienanlagen

Obwohl Experten häufig zu Aktien raten, legen viele Bundesbürger ihre Ersparnisse immer noch lieber in sichere Bankprodukte an. Das Image einer Aktienanlage ist denkbar schlecht, obwohl Aktienanlagen hohe Ertragschancen bieten.

Positiv: Mit einer durchdachten Aktienanlage lässt sich der schleichende Kaufpreisverfall durch die Inflation ausgleichen.

Negativ: Anleger müssen bei Aktien ein entsprechend hohes Risiko in Kauf nehmen. Die Kursentwicklungen der Vergangenheit haben jedoch gezeigt, dass sich das Verlustrisiko mit zunehmender Anlagedauer immer mehr verringert oder ausgleichen.

Gegenstrategie Edelmetalle

Edelmetalle sind seit Beginn der Finanzkrise im Sommer 2007 in aller Munde und gefragte Geldanlagen. Die Nachfrage dürfte noch länger andauern, wenn man die Probleme der Eurozone und die weltweiten Krisen betrachtet.

Positiv: Edelmetalle sind reale Geldanlagen, die sich besonders in Zeiten mit einer hohen Inflationsrate und Angst vor einer rasanten Geldentwertung gut entwickeln. Edelmetalle sind für viele Anleger ein Hort der Sicherheit und Wertbeständigkeit.

Negativ: Edelmetalle werfen weder Zinsen noch Dividenden ab und beinhalten ein Währungsrisiko, da sie an den US-Dollar gekoppelt sind.

Fazit:

Anleger, die ihre Ersparnisse aktuell auf niedrigverzinslichen Geldanlagen wie Sparbüchern oder Fest- bzw. Tagesgeldern halten, gehen zwar keine Kursrisiken ein, aber die Inflation zehrt schleichend am Vermögen. Vor allem im Zeitverlauf führen die Kaufpreisverluste durch die Inflation zu einer verheerenden Vermögensvernichtung. Als Gegenstrategie wird von Experten häufig eine Umschichtung in Aktien, Immobilien oder Edelmetallen empfohlen. All diese Anlageformen können dazu beitragen, dass ein Inflationsausgleich durch die erzielten Gewinne oder Erträge erfolgen kann. Viele Privatanleger bevorzugen Edelmetalle als Schutz vor einer Geldentwertung. Sie setzen darauf, dass Edelmetalle bei einer hohen Geldentwertung und bei Eurokrisen alle Kurs-Rekorde brechen werden. Edelmetalle als Inflationsschutz und als Beimischung im Portfolio sind in Ordnung und können zu einer Absicherung des Vermögens beitragen. Der Anteil sollte aber nur 5 bis 10 Prozent des Gesamtvermögens ausmachen.



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