Silberboom: Ist Silber das erfolgversprechendste Edelmetall?

Silber, gerne als der kleine Bruder des Goldes bezeichnet, ist erwachsen geworden. Denn Silber, Geldanlage und Hightech-Rohstoff zugleich, wird von vielen Anlegern als das bessere Gold gesehen. Vor allem wegen seiner beeindruckenden chemischen, physikalischen und biologisch-medizinischen Eigenschaften. Nicht Gold, sondern Silber ist deswegen in erster Linie für die Industrie ein begehrter Technologie-Rohstoff. Mehr als die Hälfte der Jahresproduktion benötigt die Industrie. Bei Gold sind es nur 15 Prozent.

Nachfrage von Gold und Silber in der Industrie

Silber-Investoren sind sich aufgrund dieser Tatsache einig: Silber befindet sich bei der Edelmetallrally auf der Überholspur. Es bietet Potential und könnte bei einer Kursrally an seinen großen Bruder Gold vorbeiziehen. Folgende zwei Gründe könnten dafür den Treibstoff liefern.

Preistreiber 1: Silber der Technologie-Rohstoff

Silber besitzt eine Sonderstellung: Als Industrie-Rohstoff lässt Silber andere Edelmetallen und vor allem Gold verblassen. Silber ist ein Hightech-Rohstoff. Für unsere moderne und digitale Welt lebenswichtig. Computer, Halbleiter, Autobranche, Photovoltaik, RFID-Technologie oder Smartphone - ohne Silber läuft nichts mehr. Silber ist für viele moderne Produkte und Fertigungstechniken unersetzbar geworden.

Preistreiber 2: Silber wird verbraucht und Gold gehortet

Silber wird verbraucht, da es in der industriellen Fertigung und Güterproduktion trotz starker Recyclingbemühungen zu einem Teil verloren geht. Gold wird im Gegensatz in Tresoren in erster Linie gehortet oder als Schmuck getragen. Silber wird immer seltener und Angebotsdefizite führen zu steigenden Preisen.

Was ist mein Edelmetall wert?

Erfahrene Anleger fragen sich deshalb: Wird Silber in der Zukunft mehr wert sein als Gold? Kann sich Silber besser als Gold entwickeln? Welche Fundamentaldaten prägen das Angebot und die Nachfrage nach Silber? Bevor wir in diesem Artikel auf diese wichtigen Fragen eingehen, sollten wir uns kurz mit dem Silbermarkt beschäftigen. Dabei spielt das Angebots-Nachfrage-Verhältnis und die natürlichen Silbervorkommen eine bedeutende Rolle.

  • Die Angebotssituation für Silber: Das Silberangebot setzt sich grundsätzlich aus der Minenförderung, dem Recycling und dem Verkauf aus Lagerbeständen zusammen. Die weltweite Minenförderung beträgt ca. 60 - 70 Prozent des Gesamtangebotes. Das Silber-Angebot ist knapp und immer häufiger kann die weltweite Silberproduktion die Nachfrage nicht befriedigen.
  • Die Nachfragesituation für Silber: Die Nachfrage kommt überwiegend aus der Industrie (Fotografie, Elektronik, Katalysator, Solaranlagen, Hygiene, Medizin etc.), der Schmuckbranche und dem Investment-/Anlagebereich. Die industrielle Nachfrage als stärkster Nachfragesektor könnte in Zukunft kontinuierlich stark zunehmen. Boomt die Weltwirtschaft, wächst die Weltbevölkerung oder drängen Schwellenländer in das Industrie-/Digitalzeitalter, steigt die Silbernachfrage an.
  • Die Förderung und das Vorkommen von Silber: Die weltweite Minenproduktion von Silber belief sich 2016 auf 27.000 Tonnen. Die förderbaren Reserven, das sind identifizierte und ausbeutbare Vorkommen, wurden im Jahr 2016 weltweit auf etwa 570.000 Tonnen geschätzt. Eine Schätzung der Bundesanstalt für Geowissenschaft und Rohstoffe geht davon aus, dass die weltweiten Silberressourcen nur noch 29 Jahre reichen. Eine Verknappung des Rohstoffes Silber ist damit absehbar. Ein strukturelles Defizit erhöht den Druck: Denn die weltweite Fördermenge aus Minen reicht in der Regel nicht aus, um die physische Gesamtnachfrage nach Silber zu decken. Recycling und Verkäufen aus Lagerbeständen gleichen die Lücke nicht aus. Silber wird knapp und damit immer wertvoller.

Erster Platz Gold, dann Silber

Ist es wie beim Sport: 1. Platz Gold und 2. Platz Silber? Wird Silber der ewige Zweite bleiben? Oder hat Silber das Potential in Zukunft dem Gold gänzlich die Show zu stehlen? Sehen Sie selbst, warum Silber hoch im Kurs steht und sich demnächst auf dem obersten Sieger-Treppchen befinden könnte:

  1. Silber kann als wertbeständige Anlage, Zahlungsmittel und begehrter Industrierohstoff überzeugen. Viele Anleger erkennen immer häufiger das Chancenpotential von Silber. Für sie stehen die Rendite-Ampeln bei Silber langfristig auf Grün.
  2. Die Nachfrage nach Silber kann die jährliche Produktion der Minen nicht decken. Über Lagerverkäufe und Silberrecycling erfolgt ein Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage. Die jüngste Studie des Silber Institute zeigt, dass 2016 ein physisches Angebotsdefizit von 20,7 Millionen Unzen bestand. Eines macht diese Entwicklung deutlich: Eine größer werdende Silbernachfrage wird Probleme bereiten, das Angebotsdefizit ausweiten und zu steigenden Silberpreisen führen.
  3. Die weltweiten Silberreserven könnten nur noch 29 Jahre reichen. Die größten "Nachfragetreiber": Das Wachstum der Weltbevölkerung und die Entwicklung von Schwellenländern hin zu Industriestaaten. Mehr Menschen führt zu mehr Nachfrage nach modernen Produkten. Von diesen Tendenzen könnte Silber als Industrie- und Technologierohstoff mehr als das Edelmetall Gold profitieren.
  4. Die Industrienachfrage reagiert unelastisch auf den Silberpreis. Selbst bei hohen Silberpreisen bleibt die Industrienachfrage konstant bestehen. Der Grund: In vielen Produkten werden nur geringe Mengen an Silber verarbeitet. Die Höhe des Einkaufspreises besitzt fast keine Auswirkung auf den Verkaufspreis. Egal wie hoch der Silberpreis ist, die Produzenten benötigen Silber und kaufen Silber.
  5. Nur in etwa ein Viertel der Silberförderung erfolgt durch reine Silberproduzenten. Der größte Anteil des geförderten Silbers kommt durch Bergbauaktivitäten von Kupfer, Zink, Blei oder Gold zustande. Silber ist nur ein nettes Nebenprodukt. Diese Minen orientieren ihre Förderaktivitäten nach den Preisen und der Nachfrage des Hauptproduktes bzw. Basismetalles. Eine Kupfermine wird die Fördermenge nicht verändern, weil der Silberpreis neue Höchststände erreicht. Auch bei höheren oder steigenden Preisen lässt sich das Angebot an Silber nicht durch eine höhere Produktionsförderung beliebig anpassen. Man spricht von einer unelastischen Angebotssituation. Hohe Silberpreise oder eine anziehende Nachfrage führt nicht automatisch zu höheren Fördermengen (Angebot). Die Knappheit bleibt bestehen, die Rally gewinnt an Dynamik.
  6. Der Preis für Silber entsteht durch das weltweite Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Spekulanten an Terminbörsen kaufen Rohstoffe und Silber über Finanzprodukte wie Futures und andere Derivate. Hierbei werden Unsummen von Silber bewegt, obwohl das physische Metall nicht existiert. Ein Grund, warum sich der Silberpreis sehr schnell ändern kann. Die Experten sprechen von einer hohen Volatilität. In einem Satz: Der Silberpreis unterliegt sehr starken Schwankungen. Eine langfristige Ausrichtung einer Geldanlage in Silber ist deshalb zu empfehlen. Steigt der Silberpreis und springen die Terminbörsen auf diesen Zug auf, kann der Silberpreis sehr schnell an Fahrt gewinnen.
  7. Papier- und Buchgeld (Guthaben auf Sparbüchern, Festgeld etc.) kann vollständig wertlos werden. Silber nicht! Silber hat seit Jahrtausenden seinen inneren Wert immer beibehalten. Silber bietet Schutz vor einer Geldentwertung und Inflation. Es ist zudem ein Zahlungs- und Tauschmittel: Mit Silber konnten Sie im Mittelalter, genauso wie heute, Geschäfte machen bzw. Waren und Dienstleistungen kaufen.
  8. Gerade in unruhigen Zeiten, Krisen und Währungsturbulenzen steigt die Nachfrage nach Edelmetallen und Silber. Die Anleger flüchten in den sicheren Hafen Silber. Silber ist ein beliebtes Krisen-Edelmetall. Leider scheint es so, dass unsere Welt aus den Fugen geraten ist. Die weltweiten Krisen nehmen zu, Staaten haben sich überschuldet und einige Währungen geraten massiv unter Druck. Silberanlagen können sich gegen Krisen absichern und die Stabilität des eigenen Vermögensportfolios erhöhen.
Fazit:

Silber im Wettstreit mit dem gelben Edelmetall - wird Silber in der Zukunft besser als Gold performen? Einige Zukunftsperspektiven und viele Fundamentaldaten sprechen für Silber als Geldanlage. Wichtig: Die Industrie benötigt Silber als Technologie-Rohstoff. Die weltweite Nachfrage steigt, das Angebot nur bedingt. Vor diesen Hintergründen sind Investitionen in Silber verheißungsvoll. Silber unterliegt starken Kursschwankungen. Deshalb sollten Anleger nicht Zocken und mit Silber kurzfristig spekulieren, sondern langfristig und ausgewogen anlegen. Dann bestehen gute Chance auf solide Renditen. Silber könnte das bessere Gold werden. Als ewiger Zweite nach ganz nach oben kommen und dem gelben Metall den Rang ablaufen.



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