In Gold oder Silber richtig investieren: Kosten, Steuer & Tipps

Edelmetalle sind sehr begehrt. Anleger schätzen Gold und Silber als Krisenwährung und als wertbeständige Geldanlagen. Doch wie investieren Sie am günstigsten und erzielen die besten Renditen. Münzen, Barren oder Edelmetall-ETC - so kaufen Sie richtig und vermeiden unnötige Kosten.

Soll ich Münzen, Barren oder Edelmetall-ETCs kaufen?

Bei Anlegern sind besonders Standardmünzen mit einem Gewicht von 31,1 Gramm (1 Feinunze) beliebt. Zu den Gold-Favoriten zählt beispielsweise der südafrikanische Krügerrand, der kanadische Maple Leaf, die österreichischen Wiener Philharmoniker oder der Goldeuro. Begehrt ist auch die Silbermünze Lunar Serie II aus Australien. Die Münzen können mit akzeptablem Aufschlägen, Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, bei zahlreichen Händlern oder der Hausbank erworben werden. Gerne kaufen Anleger auch kleine Barren (100 Gramm oder 1 oz). Bei Goldanlagen ist das verständlich, kostet doch ein 1-Kilo-Barren Feingold ein kleines Vermögen.

Hohe Kosten bei kleinen Anlagebeträgen und Stückelungen

Bei Kleinstmengen oder kleinen Stückelungen fallen die Aufschläge auf den Metallpreis, der schon mal bei 15 und höher liegen kann, stark ins Gewicht. Da müssen die Edelmetallpreise schon sehr stark steigen, damit die Kosten wieder hereinkommen. Alternativen sind Edelmetall-ETCs oder Edelmetallkonten bzw. Sparpläne - hier wird indirekt in so genanntes Papier-Edelmetall investiert.

Was ist ein Silber- oder Gold-ETC?

Edelmetallkäufe sind nicht immer preiswert. Gerade bei kleinen Anlagesummen sind die Aufschläge auf den Metallpreis und die Kosten für Lagerung und Verwaltung sehr hoch. Eine günstige Alternative sind ETCs (Exchange Traded Commodities) und Silber- bzw. Goldanlagekonten. Ein ETC ist ein Wertpapier, also eine Schuldverschreibung, das Sie an der Börse kaufen können und im Depot bei der Bank lagern. Eine günstige und bequeme Art der Edelmetallanlage. Doch es gibt ein Risiko: Die Anleger sind nicht Miteigentümer an einem Edelmetallvermögen. Geht der Herausgeber bankrott, dann können Verluste entstehen.

Was ist mein Edelmetall wert?

Ist das Edelmetallkonto eine Alternative zum physischen Goldkauf?

Eine weitere kostengünstige Alternative zum Gold oder Silber im Tresor: ein Edelmetallanlagekonto. Die Inhaber haben einen Anspruch auf Lieferung der im Konto verbuchten Edelmetalle. Der Nachteil: Eine Auslieferung ist teuer und loht sich kaum und bei einem Konkurs des Anbieters können Verluste entstehen. Es spricht nichts dagegen, bei einem seriösen Anbieter ein Edelmetallkonto zu eröffnen und Ihren Vermögensanlagen 5 bis 10 Prozent an Silber oder Gold beizumischen. Doch denken Sie bitte daran: Wertschwankungen sind üblich. Deshalb sollten Sie Edelmetalle als Langfristanlage halten und einen Anlagehorizont von bis zu 10 Jahren einplanen.

Sind Silber- oder Goldanlagen sichere Geldanlagen?

Echte Gold- und Silberfans wissen, dass bei Edelmetallen hohe Kursschwankungen und lange Perioden ohne Gewinne nicht selten sind. Doch die Vergangenheit hat uns auch gelehrt, dass die edlen Metalle immer ihren Wert behalten haben und gerade in Krisenzeiten hohe Renditen für ihre Besitzer einfahren konnten. Eurokrise, weltweite Schuldenkrisen, Kriegs- und Handelskonflikte, Terror, Bankenkrisen - es scheint so, als ob unsere Welt aus den Fugen geraten ist. Für Edelmetallfans genau die richtigen Argumente, um für ein Investment in Gold und Silber zu werben. Neben dem Krisenschutz gibt es noch ein gutes Argument für Edelmetalle: Sie sind ein Risikopuffer für das Gesamtvermögen und sollten in keinem Depot fehlen.

Gold und Silber zur Beimischung

Edelmetalle können gerade in Krisenzeiten das Verlustrisiko für das Vermögens- bzw. Aktiendepot abschwächen. In Phasen stark fallender Aktienkurse beginnt für Edelmetallbesitzer die "Erntezeit". Viele Anleger schichten in Krisenzeiten ihr Vermögen um und flüchten in Gold und Silber. Das führt dazu, dass die Edelmetallpreise steigen und teilweise die Kursverluste der Aktien oder der anderen Vermögensanlagen ausgleichen. Deshalb wird von Experten eine Vermögensbeimischung von Edelmetallen in Höhe von 5 bis 10 Prozent empfohlen.

Welche Steuervorteile gibt es bei Edelmetallanlagen?

Wer physisches Gold, also Münzen oder Barren, kauft, hat einen großen steuerlichen Vorteil: Bei einer Haltedauer von einem Jahr sind erzielte Gewinne steuerfrei. Es gibt keine Abgeltungssteuer auf Veräußerungsgewinne.

Fazit:

Physische Edelmetallanlagen sind sehr beliebt. Doch haben Münzen und Barren auch Nachteile. Bei kleinen Stückelungen fallen hohen Aufschläge auf den Marktpreis und Lager- bzw. Verwahrkosten an. Über ETCs (Exchange Traded Commodities) oder Edelmetallkonten können Anleger wesentlich günstiger in Gold oder Silber investieren - zudem entfällt das Lagerproblem und das Risiko eines Diebstahls. Anleger in Edelmetallen müssen mit hohen Kursschwankungen und längeren Perioden ohne Gewinn leben können. Außerdem werfen Edelmetalle keine laufenden Erträge ab. Wer jedoch in Edelmetalle unter den Gesichtspunkten Vermögensbeimischung und Krisenschutz investiert, konnte in der Vergangenheit meist gute Anlagerfolge verbuchen. Edelmetalle sind eine Langfristanlage und Absicherung gegen Finanzmarktkatastrophen.



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